Hilfe zur Selbsthilfe

Berufliche Anlehre

REHASWISS - Pilotprojekt

Projekt Beschreibung

In der Schweiz ist die berufliche Lehre und Anlehre eine weit verbreitete und geschätzte Art des Eintritts ins Berufsleben. Sie steht auch behinderten Menschen offen, sei dies in einer geschützten Werkstätte oder in weiteren Lehrbetrieben. Nicht so in Indien. Insbesondere in ländlichen Gebieten sind Ausbildungsplätze rar.

Lehre und Anlehre in der Praxis kennt man für gesunde kaum und schon gar nicht für behinderte junge Menschen.

Hier setzt REHASWISS mit einer neuen Projektidee ein: Sie will ihre Hilfe an Behinderte in Indien nachhaltig und effizient gestalten. Die schon seit langem bewährten Mikrokredit­Projekte sollen noch umfassender zu einem regelmässigen Einkommen verhelfen, sollen der Armut in der ländlichen Bevölkerung den Kampf ansagen. Um aber das Geld eines Mikrokredites erfolgreich einzusetzen, damit Einkommen zu erzielen und Rückzahlungen leisten zu können, muss eine in der Region nachgefragte berufliche Tätigkeit kompetent ausgeführt werden können.

Die Idee für ein neues Projekt ist geboren: REHASWISS leistet seit diesem Jahr in einem Pilotprojekt Beiträge an Ausbildungskosten, die in engem Zusammenhang mit der beruflichen Praxis stehen. Erstmals haben 2011 drei unserer Partnerorganisationen damit begonnen:

  • Fünf Hörbehinderte zwischen 16 und 18 Jahren wurden von der Society of Education of the Deaf and Blind (SEDB, Andhra Pradesh) in eine einjährige Anlehre vermittelt: Mechanische Werkstätte, Schneiderei, Schönheitspflege.
  • Sechs junge Körperbehinderte und vier Hörbehinderte wurden vom Chaitanya Institute for the Learning Disabled (CHILD, Andhra Pradesh) in Rikschaund Velo­Reparaturwerkstätten, Tischlereien/Zimmereien, EDV­Anwendung, Druckereien platziert.
  • Acht Körper und vier Sinnesbehinderte haben durch GRAM Abhyudaya Mandali (Andhra Pradesh) ihre Anlehre als Maurer in Betrieben für Biogas­Anlagen gefunden.

Sind die Aussichten für diese zaghaften Anfänge, junge behinderte Menschen und ihre Familien mit beruflichen Anlehren vertraut zu machen, erfolgversprechend?

Es wurde uns versichert, dass die fünf Anlehrlinge von SEDB nach erfolgreichem Abschluss sofort eine bezahlte Beschäftigung bei ihren Lehrmeistern finden werden.

Eine beachtliche Zahl von Biogas-Anlagen ist in der Region von GRAM geplant, sodass die als Maurer ausgebildeten Leute nach dem Training keine Schwierigkeiten haben werden, Arbeitsplätze zu finden.

Das Projekt von CHILD spielt in den ländlichen Gebieten eine wichtige Rolle. 80% der indischen Bevölkerung leben in ärmlichen Verhältnissen in kleinen Landgemeinden. Sie sind darauf angewiesen, ihre Bedürfnisse kostengünstig in ihrer unmittelbaren Umge­bung decken zu können. Angebote in urbanen Gebieten sind für sie zu teuer. Die lokal gut ausgebildeten Berufsleute finden hier grossen Bedarf.

Eine beachtliche Zahl von Biogas­Anlagen ist in der Region von GRAM geplant, sodass die ausgebildeten Leute nach dem Training keine Schwierigkeiten haben werden, Arbeitsplätze zu finden.

Heute absolvieren in Indien Jugendliche oft Kurse irgendwelcher Art in Ausbildungsstätten oder aber nehmen sofort für einen geringen Lohn Arbeit an. Häufig betrachten auch Eltern ein ganzes Jahr Training als Zeitverlust und geben einer sofortigen bezahlten Beschäftigung den Vorzug. Bis dieses neue Angebot von REHASWISS eine breite Gefolgschaft unter den behinderten jungen Leuten in unseren Regionen in Indien findet, bis die Menschen dort Vertrauen in diese Art des Eintritts ins Erwerbsleben haben, braucht es überzeugungsarbeit sowie erste erfolgreiche Abschlüsse. Wir setzen auf die Mitarbeit unserer vielen langjährigen Partnerorganisationen.

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